Antennen - resonante und nicht resonante endgespeiste Antennen

Endgespeiste Antennen im Amateurfunk – Resonant oder nichtresonant?

Endgespeiste Drahtantennen sind für viele Funkamateure eine praktische Lösung – ob im Garten, auf dem Dach oder unterwegs mit dem Wohnmobil. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Einspeisung erfolgt am Ende des Drahts, wodurch sich die Antenne leichter und oft diskreter aufspannen lässt. Doch bei genauerem Hinsehen offenbaren sich wesentliche Unterschiede in Aufbau und Verhalten – je nachdem, ob die Antenne resonant oder nichtresonant betrieben wird.

1. Resonante endgespeiste Antennen (EFHW)

Resonante endgespeiste Antennen – häufig als EFHW (End-Fed Half-Wave) bezeichnet – basieren auf einer halben Wellenlänge für ein bestimmtes Band. Eine typische EFHW für das 40-Meter-Band hat etwa 20 Meter Drahtlänge und deckt durch Harmonische oft auch 20 m, 15 m und 10 m ab.

Vorteile:

  • Hohe Effizienz (oft über 80 %)
  • Betrieb ohne Tuner auf mehreren Bändern möglich
  • Einfache Installation mit nur einem Aufhängepunkt

Herausforderungen:

  • Hoher Fußpunktwiderstand (~2.000–5.000 Ohm)
  • Notwendigkeit eines 49:1-Übertragers (UnUn) mit hochwertigem Ferritkern
  • Mantelwellensperre erforderlich zur HF-Entkopplung


Beispiel: Resonante EFHW für 80 m bis 10 m – Multiband mit einem Draht

Dieses Beispiel beschreibt eine resonante endgespeiste Halbwellenantenne (EFHW), die auf mehreren Amateurfunkbändern ohne Antennentuner betrieben werden kann. Die Antenne eignet sich ideal für stationären Einsatz auf begrenztem Raum sowie für Portabelbetrieb mit leichtem Equipment.

Zielbänder

Die Antenne deckt die Bänder 80m...10m.

Technische Daten

    • Antenne: Endgespeister Draht, resonant auf λ/2 (und Vielfachen)
    • Länge des Strahlers: ca. 39,6 m (für Grundresonanz auf 3,5 MHz)
    • Material: 1,5 mm CuL-Draht oder Flexweiche (z. B. DX-Wire)
    • Verwendeter UnUn: 49:1 (7–14 Windungen auf FT240-43 oder FT240-52)
    • Mantelwellensperre: 1:1-Balun oder Ferritdrossel ca. 1–2 m nach dem UnUn
    • Gegenpol: 0,05–0,1 λ Draht (z. B. 3–5 m)

Resonanzfrequenzen und SWR-Bandbreiten

Band Resonanzfrequenz (typ.) Bandbreite bei SWR ≤ 2 Hinweis
80 m 3,55 MHz ca. 70–100 kHz nicht ganzes Band ohne Tuner
40 m 7,1 MHz komplett voll nutzbar ohne Tuner
30 m 10,1 MHz gesamtes Band leicht erhöhter SWR, aber nutzbar
20 m 14,15 MHz komplett sehr gute Anpassung
17 m 18,1 MHz komplett nahe 1:1 SWR
15 m 21,25 MHz komplett gute Resonanz
12 m 24,9 MHz komplett leicht erhöhtes SWR, meist unkritisch
10 m 28,4 MHz komplett mehrere Resonanzstellen

 

Aufbauhinweise

Die Antenne kann in verschiedenen Formen gespannt werden, z. B. als schräge L, Inverted-L, Sloper oder horizontaler Draht. Wichtig ist, dass der UnUn wettergeschützt und mechanisch entlastet installiert wird. Eine Mantelwellensperre ist dringend erforderlich.

Empfohlene Installationshöhe:

    • Mindestens 5–7 m am Speisepunkt
    • Idealerweise mindestens λ/4 Aufbauhöhe auf 40 m (~10 m)

Vorteile

    • Multibandbetrieb ohne Tuner
    • Einfacher Aufbau mit nur einem Befestigungspunkt
    • Gute DX-Tauglichkeit auf höheren Bändern
    • Kompakt und unauffällig – ideal für Portabelbetrieb

Nachteile

    • Beschränkte Bandbreite auf 80 m – nicht ganzes Band nutzbar
    • Richtcharakteristik auf höheren Bändern (mehrere Strahlungsmaxima)
    • Störungen durch Mantelwellen bei fehlender Sperre
    • Mechanisch empfindlicher als z. B. ein Dipol mit zwei Aufhängepunkten

Zusammenfassung

Die vorgestellte EFHW ist ein bewährter Multiband-Allrounder für alle, die ohne Tuner und mit geringem Aufwand QRV sein möchten. Sie vereint einfache Installation mit hoher Effizienz – bei Beachtung einiger Grundlagen zur Anpassung und Mantelwellenunterdrückung.


Hinweis: Wer nur die Bänder 40 m, 20 m, 15 m und 10 m benötigt, kann eine verkürzte EFHW von etwa 20,2 m Länge verwenden – ebenfalls mit 49:1-UnUn.



2. Nichtresonante endgespeiste Antennen

Bei dieser Variante wird ein Draht mit beliebiger Länge – oft zwischen 20 und 40 Metern – verwendet. Er ist nicht auf ein bestimmtes Band abgestimmt. Zur Einspeisung wird meist ein Breitband-UnUn (z. B. 9:1) verwendet. Die Anpassung erfolgt über einen Antennentuner.

Wichtig: Der UnUn allein reicht nicht aus! Ein Tuner ist zwingend erforderlich, da die Impedanz je nach Frequenz stark schwankt und außerhalb der Reichweite eines einfachen UnUn liegt.

Platzierung des Tuners

Der Tuner gehört direkt an den Einspeisepunkt der Antenne – also nach draußen, dorthin, wo der Draht beginnt. Ein im Shack platzierter Tuner kann nicht korrekt anpassen und macht das Koaxkabel selbst zur abstrahlenden Komponente. Dies führt zu:

  • HF-Störungen im Shack
  • Verlusten durch Mantelwellen
  • Unkontrollierter Abstrahlung

Erforderlicher Gegenpol (Counterpoise)

Ein funktionierender Gegenpol ist für den Betrieb unverzichtbar. Er ermöglicht den Rückfluss des HF-Stroms und bildet mit dem Strahler das vollständige Antennensystem.

Empfehlung:

  • Länge des Gegengewichts: mindestens λ/10, besser λ/4
  • Keine Verbindung zum Schutzleiter oder Gebäudemasse – das ist gefährlich und verursacht Störungen

Beispiel: Nichtresonante endgespeiste Antenne mit Tuner am Einspeisepunkt

Nichtresonante endgespeiste Antennen sind besonders dann interessant, wenn maximale Flexibilität bei minimalem Platzbedarf gefragt ist. Mit einem Antennentuner direkt am Einspeisepunkt und einem geeigneten Gegengewicht kann ein einziger Draht viele Kurzwellenbänder abdecken – auch unter suboptimalen Bedingungen.

Einsatzzweck und Ziel

Dieses Beispiel richtet sich an Funkamateure mit begrenztem Platzangebot: z. B. auf dem Campingplatz, auf dem Balkon oder im Garten. Ziel ist ein möglichst kurzer, unauffälliger Aufbau mit breitbandigem Einsatz auf vielen Kurzwellenbändern.

Technische Spezifikation

    • Antenne: Nichtresonanter Draht (Langdraht-Prinzip)
    • Länge des Strahlers: ca. 13,8 m (λ/4 auf 40 m – bewusst keine Resonanzlänge!)
    • Gegengewicht: mind. 3,5 m Draht (λ/10 auf 40 m) – waagerecht verlegt oder herabhängend
    • Tuner: Automatischer Tuner direkt am Einspeisepunkt (z. B. mAT-40, AH-705)
    • Verwendeter UnUn: Keiner erforderlich – Tuner passt direkt an
    • Koaxlänge: Möglichst kurz – Koax ist nicht Teil der Antenne!
    • Montage: z. B. am Teleskopmast, Fensterrahmen oder Zaunpfahl
    • Mantelwellensperre: dringend erforderlich

Frequenzabdeckung

Mit einem guten Tuner am Einspeisepunkt kann diese Antenne folgende Bänder abdecken:

    • 80 m: möglich, aber geringe Effizienz (kurz für das Band)
    • 60 m bis 10 m: vollständig anpassbar
    • 30 m bis 10 m: gute Effizienz

Die beste Leistung liegt im Bereich von 30–10 m. Auf 80 m ist die Antenne elektrisch sehr kurz – dort ist der Wirkungsgrad deutlich geringer, kann aber für NVIS-Kommunikation ausreichen.

Vorteile

    • Kompakter Aufbau – ideal für kleine Grundstücke, Camping oder Balkonbetrieb
    • Keine Resonanzabstimmung nötig – sofort betriebsbereit
    • Breitbandige Nutzung – 1 Draht für viele Bänder
    • Unauffällig – dünner Draht, einfacher Aufbau
    • Kein UnUn notwendig – bei richtiger Tunerplatzierung

Nachteile und Herausforderungen

    • Abhängigkeit vom Tuner – muss hochohmige Lasten zuverlässig anpassen können
    • Geringere Effizienz auf unteren Bändern (besonders 80 m)
    • Unbedingt Gegengewicht erforderlich – sonst starke Mantelwellen, Störungen und ineffiziente Abstrahlung
    • Fehlplatzierung des Tuners (z. B. im Shack) führt zu Problemen – Koax wirkt dann als Teil der Antenne

Aufbauempfehlung

Die Antenne kann als „Sloper“ (schräg nach unten), horizontaler Draht oder leicht gebogener Verlauf (z. B. über einen Ast oder Balkon) montiert werden. Wichtig ist ein möglichst freier Aufbau – Reflexionen an Metallstrukturen (Dachrinnen, Geländer) sollten vermieden werden.

Minimalbeispiel für Aufbau:

    • 13,8 m Draht an einem Fiberglasmast (6–10 m hoch)
    • 3,5–5 m Gegengewicht waagerecht auf Erde oder Balkon
    • Tuner wetterfest am Speisepunkt (z. B. in Tupperbox)
    • Mantelwellensperre in die Koaxleitung einschleifen

Fazit

Die hier vorgestellte nichtresonante Endfed ist eine platzsparende, sehr vielseitige Lösung für viele Amateurfunkbänder. Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz ist die richtige Platzierung des Tuners direkt am Speisepunkt sowie ein funktionierendes Gegengewicht. Ohne diese Komponenten ist der Betrieb mit stark reduzierter Effizienz und erhöhter Störanfälligkeit verbunden.

Für alle, die kompakt, diskret und ohne aufwändige Resonanzabstimmung QRV sein wollen, ist diese Antenne eine überaus praxistaugliche Wahl.


Möchtest du ein portables Setup für unterwegs oder eine wetterfeste Stationsversion für den Garten? Gerne ergänze ich Bauanleitungen, UnUn-Alternativen oder eine grafische Darstellung mit Aufbauplan.


3. Vergleich der beiden Varianten


Eigenschaft Resonante Endfed Nichtresonante Endfed
Benötigt Tuner Nein Ja, am Speisepunkt
Effizienz Hoch (80–90 %) Variabel (30–70 %)
Bandabdeckung Mehrere harmonische Bänder Alle Bänder (mit Tuner)
Komplexität Moderat (UnUn, evtl. Sperre) Hoch (UnUn, Tuner, Gegengewicht)


4. Praktische Erfahrungen

Viele Funkamateure berichten, dass endgespeiste Antennen besonders im Portabelbetrieb glänzen. In Kombination mit einem leichten Teleskopmast, 20–30 Metern Draht und einem UnUn lassen sich auch auf Campingplätzen oder im Wald solide Verbindungen erzielen.

Im stationären Betrieb bewährt sich die EFHW als „Gartenantenne“, da sie unauffällig gespannt werden kann. Auch im Balkonbetrieb oder von Fenster zu Baum ist sie oft die einzige praktikable Lösung.

Störungen durch Mantelwellen und Geräteprobleme treten dann auf, wenn:

  • Der Tuner nicht am Einspeisepunkt sitzt
  • Kein oder ein zu kurzer Gegengewichtsdraht vorhanden ist
  • Keine Mantelwellensperre verwendet wird
  • Der Schutzleiter als Masse missbraucht wird

5. Fazit

Endgespeiste Antennen sind leistungsfähige, platzsparende und oft unterschätzte Allrounder. Doch sie erfordern ein gutes Verständnis der Zusammenhänge:

  • Eine resonante EFHW ist effizient, einfach und harmonisch auf mehreren Bändern einsetzbar
  • Eine nichtresonante Endfed ist flexibler, aber nur mit einem Tuner am Speisepunkt und einem sauberen Gegengewicht und einer Mantelwellensperre sinnvoll zu betreiben
  • Ein UnUn ist kein vollwertiger Ersatz für einen Antennentuner
  • Der Schutzleiter gehört nie in ein HF-System!

Wer diese Punkte beachtet, kann mit wenigen Mitteln eine leistungsstarke Antennenanlage aufbauen – stationär wie portabel, resonant wie nichtresonant.

6. Weiterführende Informationen

      Schaut auch auf meinen Antennenrechner


Hast Du selbst Erfahrungen mit endgespeisten Antennen gemacht – resonant oder nichtresonant? Hast Du Gegenpole ausprobiert? Berichte gern in den Kommentaren!

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Blitzschutz - Projektplan Überspannungsschutz

Blitzschutz – Überspannungsschutz

Dies ist ein neuer Teil der Beitragsreihe zum Thema Blitzschutz. Der nächste Teil, der sich mit dem Potenzialausgleich beschäftigt, erscheint am kommenden Montag.

Grafik zum Blitzschutz-Projektplan

Bisherige und zukünftige Folgen:

Inhaltsverzeichnis

Überspannungsschutz

Ich wohne in Bonn; deshalb ist das Thema Blitzschutz für mich von hoher Relevanz. Die Region Köln/Bonn zählt zu den Gebieten mit einer moderaten Blitzdichte von etwa 1,5 bis 2 Blitzen pro km² und Jahr. Damit ist hier zwar keine „Blitzhauptstadt“, aber ein Risiko vorhanden, das man ernst nehmen sollte. Gerade Funkstationen sind empfindlich gegenüber den extrem schnellen Spannungsimpulsen, die durch nahe Blitzeinschläge oder induzierte Spannungen auf Antennen- und Versorgungsleitungen entstehen können.

Nach eingehender Recherche und Erfahrung anderer Funkamateure habe ich beschlossen, meine Station Schritt für Schritt robust gegen diese elektrischen „Schläge“ zu machen. Ziel ist es, Schäden durch Überspannungen – hervorgerufen durch Blitzströme, elektrostatische Entladungen und Schaltvorgänge – möglichst vollständig zu vermeiden. Der Einstieg erfolgt mit einem durchdachten Überspannungsschutz an den Schnittstellen zur Außenwelt.

1. Überspannungsschutz – die erste Verteidigungslinie

  • Überspannungsschutzgeräte (SPD – Surge Protective Devices) an allen Leitungen von außen: Netzstrom, Koaxialkabel, Steuer- und Datenleitungen.
  • Typ-2-Ableiter in der Unterverteilung; ergänzend Steckdosen mit Überspannungsschutz.
  • Koaxial-Überspannungsschutzmodule mit Gasableitern schützen HF-Geräte vor induzierten Spannungen.

2. Praktische Hinweise zur Installation

  • SPD-Ableiter für 230 V nahe Hauptverteilung; Elektrofachkraft einbeziehen.
  • Koaxialschutz nahe Antenneneintritt montieren, geerdet.
  • Alle Schutzelemente an gemeinsamen Potenzialausgleich anschließen.
  • Überspannungsschutz-Steckdosenleisten im Shack verwenden.
  • Steuerleitungen mit Leitungsschutzfiltern sichern.

3. Empfohlene Bauelemente für den Funkamateur

„Ein Funkgerät ganz ohne Schutz, hat schnell im Gehäuse Ruß und Schmutz.
Der Blitz sagt nicht: ‚Darf ich herein?‘ – drum schalt den Überspanner ein!“

Funkstation mit installiertem Überspannungsschutz
Funkstation mit installiertem Überspannungsschutz

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Ausbreitung - Faszinierende Sporadic-E

Faszinierende Ausbreitung auf KW und VHF


Die Sporadic-E-Schicht – kurz Es – gehört zu den spannendsten und zugleich am schwersten vorhersagbaren Ausbreitungsphänomenen im Amateurfunk. Besonders in den Sommermonaten überrascht sie mit ungeahnten Reichweiten – nicht nur auf UKW, sondern auch auf Kurzwelle. In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf die physikalischen Grundlagen, typische Frequenzbereiche, tages- und jahreszeitliche Muster sowie empfehlenswerte Ausrüstung und realistische Reichweiten.

Inhaltsverzeichnis


Grundlagen der Sporadic-E-Ausbreitung

Sporadic-E bezeichnet kurzlebige, unregelmäßig auftretende ionisierte Wolken in der E-Schicht der Ionosphäre, typischerweise in Höhen zwischen 90 und 130 km. Diese Wolken können elektromagnetische Wellen reflektieren – ein Phänomen, das unter bestimmten Bedingungen von etwa 10 MHz bis weit über 100 MHz hinaus Wirkung zeigt.

Die genauen Ursachen sind noch nicht abschließend erforscht. Vermutet werden meteorologische Einflüsse, Windscherungen oder auch der Eintrag von Meteoritenteilchen. Gerade weil Es-Erscheinungen so unvorhersehbar sind, gelten sie unter Funkamateuren als besonders reizvolle Herausforderung.



Frequenzbereiche mit Es-Potenzial

  • 30 – 50 MHz: In diesem Bereich (z. B. 10m-Band oder 6m-Band) ist Sporadic-E besonders häufig und zuverlässig zu beobachten.
  • 50 – 70 MHz (6m-Band): Das klassische „Magic Band“ für Es! Oftmals gibt es hier tagelange Öffnungen über viele hundert bis über tausend Kilometer.
  • 70 – 110 MHz: Auch Rundfunkfrequenzen (UKW) zeigen teils bemerkenswerte Sporadic-E-Reflexionen. In der Praxis kann hier DX-Empfang mit einem einfachen Radio gelingen.
  • 144 MHz (2m-Band): Seltener, aber durchaus möglich. Besonders bei sehr intensiven Es-Wolken gelingt gelegentlich 2m-DX über 2000 km.

Beste Zeiten für Sporadic-E

  • Jahreszeit: Hauptsaison ist der Frühsommer – etwa von Ende Mai bis Anfang August. Eine zweite, schwächere Phase zeigt sich teils im Dezember/Januar, vor allem auf den unteren Frequenzbereichen.
  • Tageszeit: Häufig treten Es-Öffnungen am späten Vormittag (ca. 9–12 UTC) sowie am frühen Abend (ca. 15–18 UTC) auf. Kurzwellenbänder profitieren häufig auch vom Übergang zwischen Tag und Nacht.

Zuträgliche Ausstattung

  • Funkgerät: Ein SSB- oder FM-fähiges Transceiver für 6m oder 2m, ggf. mit CW-Modus.
  • Antenne: Horizontal polarisierte Yagis bieten die beste Performance. Auch mit Vertikalstrahlern sind gute Verbindungen möglich.
  • Standort: Möglichst frei von Hindernissen und mit freier Sicht gen Süden oder Osten.
  • Digitalbetrieb: Betriebsarten wie FT8 und MSK144 sind besonders geeignet, um schwache oder kurzzeitige Öffnungen effizient zu nutzen.

Erreichbare Ziele

Typische Verbindungen über Sporadic-E liegen im Bereich von 600 bis 2500 km. Besonders häufig sind Verbindungen innerhalb Europas: Deutschland – Spanien, Schweden – Italien, Großbritannien – Osteuropa sind klassische Es-Strecken. Auch Nordafrika oder der Nahe Osten sind im 6m-Band gelegentlich erreichbar.

Die Es-Ausbreitung kann in mehreren „Hüpfern“ erfolgen, wobei jede Reflexion an einer Es-Wolke einen weiteren Reichweitenabschnitt ermöglicht – theoretisch bis zu interkontinentalen Verbindungen.

Fazit

Sporadic-E öffnet UKW-Funkern faszinierende Möglichkeiten weit jenseits der üblichen Reichweiten. Wer im Frühsommer regelmäßig die Bänder abhorcht, wird früher oder später belohnt – mit spannenden QSOs, oft auf Frequenzen, auf denen man es nicht erwartet hätte. Mit etwas Glück, guter Vorbereitung und einem offenen Ohr gelingt der Sprung in andere Länder – sogar mit kleiner Ausrüstung.

Viel Erfolg auf den Bändern – und vielleicht bis bald über eine reflektierte Sporadic-E-Wolke!

...

DXMAPS – ein wichtiges Werkzeug

Wenn du dich regelmäßig über Sporadic-E-Bedingungen auf DXMaps informierst, verschaffst du dir einen echten Vorsprung im Funkbetrieb – und zwar nicht nur im Sommer.

Motivationspunkte:

  1. Rechtzeitig aktiv werden – Sporadic-E-Öffnungen sind oft nur kurz (teilweise nur 15–30 Minuten). Wer schnell erkennt, dass sich etwas tut, kann Verbindungen machen, die sonst unmöglich wären.

  2. Seltene DX-Chancen – Gerade auf 6 m, 4 m oder sogar 2 m lassen sich durch Es plötzlich Verbindungen über 1000–2500 km herstellen – ohne Relais, ohne Internet, nur über die Natur.

  3. Gezieltes Bandmonitoring – DXMaps zeigt dir in Echtzeit, wo gerade Aktivität herrscht. Du kannst direkt dorthin drehen, wo gerade eine Wolke aktiv ist.

  4. Verständnis für Ausbreitung – Wer die Karten studiert, erkennt mit der Zeit Muster: Tageszeiten, geografische Schwerpunkte, Mehrfach-Reflexionen. Das hilft dir, künftige Öffnungen besser einzuschätzen.

  5. Spaß am Experimentieren – Es hat etwas Jagdinstinkt: Antenne ausrichten, CQ rufen, den Spot auf DXMaps auftauchen sehen – und vielleicht sogar eine Verbindung zu einer Station, die du vorher nur aus Listen kanntest.

Kurz gesagt:
DXMaps ist wie ein Live-Radar für deine Funkabenteuer – wer es nutzt, hat mehr QSOs, mehr Reichweite und mehr Wissen.


1. Einstieg & Grundeinstellungen

  1. Aufrufen: Gehe zu https://www.dxmaps.com → „Maps“ auswählen.

  2. Band auswählen: Für Sporadic-E ist besonders interessant:

    • 50 MHz (6 m) – sehr häufig im Sommer

    • 70 MHz (4 m) – wenn in deinem Land erlaubt

    • 144 MHz (2 m) – selten, aber spektakulär

  3. Modus einstellen:Es“ als Ausbreitungsart aktivieren (oben in der Ausbreitungslegende).

  4. Zoom anpassen: So, dass du sowohl deinen Standort als auch mögliche Es-Wolken siehst.


2. Die Kartensymbole verstehen

  • Bunte Linien: Stellen aktuelle QSOs dar. Die Farbe zeigt das Band (z. B. Grün = 50 MHz, Blau = 144 MHz).

  • Wolkensymbole / farbige Flächen: Geschätzte Position der Es-Reflexion.

  • Stationssymbole: Rufzeichen der Funkstationen, die gerade gespottet wurden.


3. Typische Sporadic-E-Muster

  • Uhrzeitfenster im Sommer:

    • Vormittags: ca. 09:00–12:00 UTC

    • Nachmittags: ca. 15:00–19:00 UTC

  • Häufige Regionen: Mittelmeerraum, Osteuropa, Ostsee, Atlantikküsten.

  • Multi-Hop-Anzeichen: Mehrere Wolken in Serie → Entfernungen über 2500 km möglich.


4. Praxis: So nutzt du die Infos

  1. Beobachten: Schau, ob Linien von deiner Region aus starten oder enden.

  2. Schnell reagieren: Wenn eine Verbindung in deiner Reichweite auftaucht, sofort aufs Band wechseln und rufen.

  3. Eigenen Spot setzen: CQ rufen und sehen, ob du auf DXMaps erscheinst – so weißt du, ob dich die Es-Wolke erreicht.


5. Zusatztipps für mehr Erfolg

  • DXCluster-Anbindung: Nutze eine SDR-Webstation oder den eigenen TRX, um gleichzeitig zu hören.

  • Bänder wechseln: Bei schwachen 6 m-Öffnungen könnte 4 m oder 2 m kurz darauf aufspringen.

  • Logbuch führen: Notiere Zeit, Richtung und Distanz – mit der Zeit erkennst du persönliche Es-Muster.


6. Motivation: Warum dranbleiben?

Sporadic-E ist unberechenbar. Wer täglich (oder zumindest in der Hauptsaison) DXMaps checkt,

  • erwischt Öffnungen, die nur wenige Minuten dauern

  • kann DX-Verbindungen machen, die sonst nur über Satellit oder Meteor Scatter möglich wären

  • entwickelt mit der Zeit ein Bauchgefühl für den richtigen Moment – fast wie ein Es-Radar im Kopf.

Sporadic-E ist ein faszinierendes Naturphänomen, das den Amateurfunk von 10 MHz bis weit über 100 MHz bereichern kann. Wer im Frühsommer regelmäßig die Bänder abhört und passende Betriebsarten nutzt, wird früher oder später mit spannenden DX-QSOs belohnt – oft auf Frequenzen, die man sonst als „leblos“ kennt.

Ob mit einfacher Technik oder ausgefeiltem Antennenpark: Die Chancen stehen gut, und der Reiz liegt im Unvorhersehbaren. Also: Augen auf, Antenne drehen – und vielleicht hören wir uns demnächst via reflektierter Es-Wolke!


Weiterführende Informationen und Tools

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Blitzschutz - Individuelles Risiko eines Blitzeinschlags

Individuelles Risiko eines Blitzeinschlags

Grundlagen und interaktiver Rechner

Je höher ein Bauwerk im Vergleich zur Umgebung ist, desto wahrscheinlicher ist ein Blitzschlag. Die regionale Blitzdichte, definiert als Anzahl der Blitze pro Quadratkilometer und Jahr, variiert je nach Gebiet und beeinflusst die Einschlagswahrscheinlichkeit zusätzlich; in Bonn liegt sie derzeit bei 3,5 Blitze pro km² und Jahr.



Faktoren für die Einschlagswahrscheinlichkeit

Je höher ein Bauwerk im Vergleich zur Umgebung ist, desto wahrscheinlicher ist ein Blitzschlag. Die regionale Blitzdichte, definiert als Anzahl der Blitze pro Quadratkilometer und Jahr, variiert je nach Gebiet und beeinflusst die Einschlagswahrscheinlichkeit zusätzlich; in Bonn liegt sie derzeit bei 3,5 Blitze pro km² und Jahr.

Interaktiver Blitzrisiko-Rechner

Berechne die Einschlagswahrscheinlichkeit für dein Gebäude inklusive Antennen:

ParameterWert
Region auswählen
Blitzdichte (Blitze/km²/Jahr)
Grundfläche (m²)
Gebäudehöhe (m)
Antennenhöhe auf Dach (m)


Schlussfolgerung

Die Höhe von Antennen oder anderen Aufbauten erhöht die effektive Einschlagsfläche und damit das Blitzrisiko erheblich. Ein vollständiger Blitzschutz mit Erdung, Überspannungsschutz und äußerem Blitzschutz reduziert das Risiko für Personen und technische Anlagen.


Quellen & weiterführende Links

Blitzschutz - Blitzgefahr im Raum Köln / Bonn

Wie häufig blitzt es eigentlich in Köln und Bonn – und was erwartet uns in Zukunft? Neue Klimamodelle und Messdaten geben Aufschluss: Während die Anzahl der Blitze deutschlandweit tendenziell rückläufig sein könnte, zeigen sich deutliche regionale Unterschiede. Besonders Bonn bleibt auffällig blitzaktiv.

📍 Aktuelle Blitzdichte im Vergleich

Laut Daten aus dem Jahr 2024 ergeben sich folgende Blitzdichten (pro km² und Jahr):

  • Bonn: 3,5 Blitze/km² – überdurchschnittlich hoch
  • Köln: 0,54 Blitze/km² – vergleichsweise gering
  • NRW-Durchschnitt: ca. 1,5 Blitze/km²
  • Deutschland-Durchschnitt: etwa 1,3 Blitze/km²

Die Grafik veranschaulicht die Unterschiede:


🔮 Prognose bis 2100: Weniger, aber heftigere Blitze?

Moderne Klimamodelle – etwa das IFLUX- oder das EURO-CORDEX-Modell – gehen davon aus, dass sich die Gewittertätigkeit in Mitteleuropa verändern wird:

  • Blitzanzahl: In vielen Tieflagen (wie Köln und Bonn) wird ein Rückgang von 10–15 % bis 2100 erwartet.
  • Gewitterintensität: Einzelne Gewitter könnten stärker, lokaler und zerstörerischer werden (Superzellen, Starkregen, Hagel).

Die folgende Grafik zeigt die projizierte Entwicklung bis zum Jahr 2100:


📌 Fazit für Köln und Bonn

  • Köln: Tendenz zu weniger Gewittern, aber einzelne Ereignisse können sehr heftig werden. Blitzschutz weiter sinnvoll.
  • Bonn: Trotz möglicher Abnahme bleibt Bonn blitzreich – Infrastruktur und Schutzmaßnahmen behalten hohe Relevanz.

📚 Quellen & Studien

Hinweis: Die Grafiken in diesem Beitrag basieren auf ausgewerteten Studien und öffentlich verfügbaren Modellrechnungen. Für die Praxis empfiehlt sich der Abgleich mit den örtlichen Blitzschutzverordnungen und der Deutschen Blitzdatenbank (BLIDS).

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Krisenfall - Funkamateure als Partner

Verantwortung und Qualifikation: Funkamateure als verlässliche Partner im Krisenfall


Funkamateure übernehmen im Katastrophen- und Krisenmanagement eine bedeutende Rolle. Ihre technische Expertise und Mobilität sind unverzichtbar, wenn konventionelle Kommunikationswege versagen. Doch diese wertvolle Ressource kann nur dann effektiv genutzt werden, wenn jeder Funkamateur seine Verantwortung ernst nimmt, sich kontinuierlich fortzubilden und sein Wissen stets auf dem neuesten Stand zu halten.

Die Verantwortung jedes Einzelnen

Die Herausforderungen in Krisensituationen verlangen mehr als nur technisches Können: Physische und psychische Belastbarkeit, Kenntnisse zu Selbstschutz und Erste Hilfe sowie die Fähigkeit, unter Druck klare Entscheidungen zu treffen, sind essenziell. Nur wer sich regelmäßig schult, Seminare besucht und seine Fähigkeiten aktiv trainiert, kann im Ernstfall verlässlich und sicher handeln.

Dabei geht es nicht um ein einmaliges Training, sondern um eine dauerhafte Verpflichtung zur Weiterbildung. Nur so lassen sich Abläufe und Verfahren verinnerlichen und an aktuelle technische und organisatorische Entwicklungen anpassen.

Initiative für einen standardisierten Qualifikationsnachweis

Um die Einsatzfähigkeit und Einsatzbereitschaft der Funkamateure transparent und nachvollziehbar zu machen, ist die Einführung eines standardisierten Qualifikationsnachweises notwendig. Dieser Nachweis dokumentiert regelmäßig absolvierte Schulungen und praktische Übungen, wie etwa Seminare zum Selbstschutz, Erste-Hilfe-Kurse und Funkübungen.

Ein solcher Nachweis erleichtert nicht nur die Integration in die bestehende Krisenstruktur der Bundesrepublik, sondern schafft auch Vertrauen bei Behörden, Hilfsorganisationen und der Bevölkerung. Er ist die Grundlage dafür, dass Funkamateure als verlässliche Partner in die Katastrophenabwehr eingebunden werden können.

Stärkung der Zusammenarbeit mit BOS und Hilfsorganisationen

Die systematische Qualifikation ermöglicht eine engere Verzahnung von Funkamateuren mit Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Nur wer sich an verbindliche Standards hält, kann flexibel in die Kommunikationsketten eingebunden und in komplexe Einsatzstrukturen integriert werden.

Für eine effiziente Krisenkommunikation ist es jedoch ebenso wichtig, dass Behörden und Entscheidungsträger die erforderlichen Strukturen schaffen, um diese qualifizierten Funkamateure zu integrieren. Die Entwicklung verbindlicher Ausbildungs- und Qualifikationsstandards sowie klarer Kommunikationswege zwischen Funkamateuren, BOS und Hilfsorganisationen muss aktiv gefördert werden. Nur durch eine konsequente Vernetzung und abgestimmte Einsatzkonzepte lässt sich im Ernstfall eine reibungslose Zusammenarbeit gewährleisten.

Ihr persönlicher Beitrag zählt – ein Aufruf an alle Funkamateure

Jeder Funkamateur trägt die Verantwortung, sein Wissen kontinuierlich zu erweitern und seine Fähigkeiten stets auf aktuellem Stand zu halten. Ihre Bereitschaft zur regelmäßigen Weiterbildung ist der Schlüssel, um im Notfall professionell und effektiv helfen zu können.

Engagieren Sie sich aktiv in Ausbildungsprogrammen, nehmen Sie an Übungen teil und dokumentieren Sie Ihre Qualifikationen. So sichern Sie nicht nur Ihre persönliche Einsatzfähigkeit, sondern stärken auch das Vertrauen der Behörden und der Gesellschaft in Ihre Rolle als Krisenhelfer.

Ihr Engagement macht den Unterschied – mit Fachkompetenz, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein sind Sie ein unverzichtbarer Teil der Krisenbewältigung.

Fazit

Die kontinuierliche Qualifizierung und der Nachweis von Kompetenzen sind die Grundpfeiler, um Funkamateure als professionelle und verantwortungsbewusste Partner im Katastrophenschutz zu etablieren. Nur mit einer verbindlichen Ausbildung und einer klaren Einbindung in die Krisenmanagement-Strukturen kann ihr Potenzial voll ausgeschöpft werden.

Deshalb ist es wichtig, dass jeder Funkamateur seine Verantwortung annimmt und die Initiative eines standardisierten Qualifikationsnachweises unterstützt – für mehr Sicherheit und Zuverlässigkeit im Notfall.

Ein Appell an Behörden und Entscheidungsträger:
Fördern und etablieren Sie verbindliche Qualifizierungs- und Integrationsstrukturen für Funkamateure in die bundesweiten Krisenmanagement-Systeme. Nur durch eine enge Zusammenarbeit und klare Standards kann das volle Potenzial dieser engagierten Helfer zum Schutz der Bevölkerung genutzt werden.



Social Live - Fieldday DARC Ortsverband G33

Funk-Fieldday des DARC-Ortsverbands Bonn-Hardtberg (G33)


Heute am 09.August 2025 veranstaltete der Ortsverband Bonn-Hardtberg der Tradition folgend den jährlichen Fieldday auf dem Gelände der Marinekameradschaft "Eisbrecher Stettin" auf dem Brüser Berg im Südwesten von Bonn.





Gegen 10:30 fand ein kurzer Aufbau der Partyzelte und der Technik statt. Kurz darauf war man funkbereit und die ersten Gäste trafen ein. Auf einem großen Tisch unter einem der Zelte fanden sich drei Kurzwellenstationen zusammen. An zwei Arbeitsplätzen beschäftigten sich Wolfgang, DJ2KJ und Willi, DL6KCN mit digitalen Betriebsarten wie PACTOR und VARAC . An einer weiteren Station saß Mitri aus der Ukraine beim CW-QSO. Später gesellte sich Heinrich dazu , der siene selbstgebauten VHF- / UHF- und SHF-Antennen an einem mitgebrachten SDR-Empfänger ausprobierte.



Technik Tisch 1

Wolfgang, DJ2KJ mit PACTOR

Technik Tisch 2

Dimitri, der CW-Operator

Technik Tisch 3

Wolfgang hat alles im Griff

Technik Tisch 1

Valentyn, DK3NA

Technik Tisch 2

Heinrich, DL1YBB

Technik Tisch 3

Antennen






Mittlerweile hatte sich die Runde auf etwa dreißig Mitglieder des OV zum Teil begleitet von ihren Frauen und etlichen Gästen erweitert. Es entwickelten sich angeregte Gespäche zu privaten Themen und zu technischen Problemen - die vielleicht manchesmal gelöst werden konnten. Gegen Mittag wurde der kleine Hunger gestillt. Leckere Bratwürstchen, extra bei einem regionalen Spezialmetzger beschafft und selbstgemachte Salate mundeten allen Teilnehmenden vorzüglich.

Wolfgang, DJ2KJ und Uwe, DL3KBB an der Futterbude


Gut gestärkt hielt die fröhliche Runde noch bis in den späten Nachmittag durch. Ein Tag, der Menschen zusammenbrachte, die sich regelmäßig per Funk hören, aber nur selten persönlich begegnen – und gerade deshalb jedes Treffen genießen. Und ja: Auch der Wettergott hatte ein Einsehen und bescherte Sonnenschein bei angenehm moderaten Temperaturen.

Die gesamte "Belegschaft"

Links:




Funkbetrieb - RMNoise - eine revolutionäre Software


RM Noise – Künstliche Intelligenz gegen Störungen im Funkbetrieb

In der Welt des Amateurfunks ist saubere Sprach- und CW-Übertragung essenziell – doch oft trüben Netzteile, Solaranlagen, LED-Lichter oder Umgebungsrauschen die Verständlichkeit. Die kostenlose Software RM Noise setzt genau hier an: Mittels KI-gestützter Echtzeitfilterung sorgt sie für deutlich klarere Signale – live, effektiv und beeindruckend einfach.

Was macht RM Noise?

  • Filterung von SSB-Sprach- und CW-Signalen in Echtzeit mittels künstlicher Intelligenz.
  • Geeignet für klassische Funkgeräte sowie SDR-Setups – auch über WebSDR kombinierbar.
  • Integration eigener Rauschproben zur KI-Weiterentwicklung möglich.

Anforderungen & Installation

RM Noise läuft unter Windows 10 und 11 und benötigt eine Internetverbindung sowie eine Soundkarte oder ein virtuelles Audiokabel (z. B. VB-Audio Cable). Nach Download und Installation richtet man in den Optionen die Ein- und Ausgabegeräte ein, aktiviert die Filterung und nutzt den Schieberegler, um die Filterstärke (0–100 %) individuell zu regeln.

Anwendungsszenarien aus der Praxis

  • Portable Funkstation: Beim Betrieb aus dem Wohnmobil oder im Field-Day-Setup lassen sich Störungen durch Solaranlagen, Ladegeräte und Inverter wirksam dämpfen.
  • DX-Jagd im SSB-Bereich: Schwache, von Rauschen überlagerte DX-Signale lassen sich besser kopieren – ideal für Contest-Betrieb oder seltene Länder.
  • CW-Betrieb bei starkem QRN: Durch die Bandpass-Optionen und die gezielte KI-Filterung wird das CW-Signal deutlich vom Störpegel getrennt.
  • WebSDR-Nutzung: Auch Audio aus einem Online-SDR kann per virtuellem Kabel durch RM Noise gefiltert werden – hilfreich bei exotischen Bändern oder Ausbreitungsversuchen.

Tipps bei Problemen

  • Latenz minimieren: Falls Audio verzögert wirkt, auf einen regional nahegelegenen RM-Noise-Server wechseln.
  • Übersteuerung vermeiden: Eingangssignal am virtuellen Audiokabel oder Soundkartenmixer so einstellen, dass der RM-Noise-Pegel im grünen Bereich bleibt.
  • Filterstärke anpassen: Bei übermäßigem „Metallklang“ Filterstärke leicht reduzieren – oft bringt 60–80 % die beste Balance.
  • Eigenen Noise-Sample einspeisen: Über das Menü Train lassen sich individuelle Störgeräusche hochladen, um die KI weiter zu optimieren.

Benutzeroberfläche

Das Interface ist bewusst schlicht gehalten: Links werden Eingangs- und Ausgangsquelle ausgewählt, mittig dominiert der Filter-Schieberegler für die Stärke, rechts zeigt eine Pegelanzeige die aktuelle Signalstärke. Über das Menü Options lassen sich Server wechseln, Bandpässe aktivieren und KI-Trainingsdaten verwalten. Farbige Statusanzeigen informieren über Serververbindung und Audiostrom.

Technische Weiterentwicklung & Serverstruktur

Die Entwickler betreiben mehrere Server (USA, Schweiz, Singapur), um regionale Latenz zu minimieren. Regelmäßige Updates erweitern die KI-Modelle und verbessern die Filterleistung, insbesondere für CW-Betrieb und exotische Störmuster.

Weiterführende Links & Literatur

Fazit

RM Noise ist eine von Funkamateuren entwickelte Innovation, die praxisnahen Nutzen bringt – ob beim DX-Betrieb, auf Reisen oder beim Test neuer Antennen. Durch die Möglichkeit, selbst Rauschproben einzubringen, kann jeder zur Verbesserung beitragen. Wer einmal erlebt hat, wie stark störende Signale plötzlich klar und ermüdungsfrei hörbar werden, wird RM Noise schnell als festen Bestandteil seiner Station schätzen.

Vielen Dank für die ersten 1000 Klicks

 Vielen Dank für die ersten 1000 Klicks in wenigen Tagen...



Antennen - Analyse eines verkürzten 80-Meter-Dipols

Antennen: Analyse eines verkürzten 80-Meter-Dipols

Warum dieser Beitrag wichtig ist

Für alle, die auf 80 m mobil oder portabel QRV sein möchten, aber nur begrenzten Platz haben, stellt sich die Frage: Wie leistungsfähig sind stark verkürzte Antennensysteme wirklich – und was lässt sich tun, um das Beste herauszuholen?

Das Wichtigste vorweg:
  • Verkürzte 80-m-Dipole mit Mobilstrahlern sind mechanisch praktisch, aber elektrisch stark eingeschränkt.
  • Sehr schmale Bandbreite: Bereits geringe Frequenzänderungen erfordern exaktes Nachstimmen.
  • Hohe Systemverluste entstehen durch Fehlanpassung und Dämpfung im Koaxkabel.
  • Wirkungsgrade unter 15 % sind typisch – die meiste Leistung wird nicht abgestrahlt.
  • 2 bis 3 S-Stufen schwächeres Signal im Vergleich zu vollwertigen λ/2-Dipolen.
  • Gute Nachrichten: Mit gezielter Optimierung (Spulenabstimmung, Balun, hochwertiges Kabel) lässt sich die Leistung spürbar verbessern.

Verkürzte Dipole: Technische Grundlagen

Im mobilen oder portablen Amateurfunkbetrieb – etwa vom Wohnmobil aus – ist Platz meist Mangelware. Ein vollwertiger Dipol für das 80‑m-Band benötigt etwa 40 Meter Spannweite und ist damit für den mobilen Einsatz kaum praktikabel. Viele Funkamateure greifen deshalb auf stark verkürzte Antennenlösungen zurück. Eine beliebte Methode ist der Aufbau eines Dipols aus zwei kommerziellen Monoband-Mobilstrahlern von je etwa 5 Metern Länge.

Um diese kurzen Strahler auf 3,5 MHz resonant zu bringen, werden Verlängerungsspulen eingesetzt, die die kapazitive Reaktanz kompensieren. Im Resonanzfall verhält sich die Antenne am Speisepunkt wie ein ohmscher Widerstand, zusammengesetzt aus Strahlungs- und Verlustwiderstand.

Das Problem mit der Bandbreite

Der auffälligste Nachteil eines so stark verkürzten Antennensystems ist seine extrem geringe Bandbreite. Aufgrund des hohen Gütefaktors (Q) liegt die 2:1-SWR-Bandbreite oft nur bei 5–10 kHz. Dies bedeutet, dass schon kleine Frequenzverschiebungen außerhalb des Resonanzbereichs liegen und eine präzise Nachstimmung erforderlich machen.

Ein vollwertiger Halbwellendipol hingegen, montiert in geeigneter Höhe, weist typischerweise eine nutzbare Bandbreite von über 100 kHz auf – oft ohne dass ein Tuner erforderlich ist. Wenn die beiden Strahler eines verkürzten Dipols nicht exakt identisch aufgebaut sind – etwa durch Fertigungstoleranzen, unterschiedliche Spuleninduktivitäten oder Längenabweichungen – verschärfen sich Fehlanpassungseffekte zusätzlich.

Systemverluste durch Fehlanpassung

Dämpfung durch Fehlanpassung
Ein weiteres gravierendes Problem liegt in den Reflexionsverlusten bei schlechtem SWR. Bei einem SWR von 10:1 beträgt der Reflexionsfaktor etwa 0,82. Die effektive Dämpfung im Koaxialkabel wächst in diesem Fall exponentiell. Ein 10 Meter langes RG-58-Kabel, das bei idealem SWR etwa 1,8 dB Verlust verursacht, erreicht durch Mehrfachreflexionen bei schlechtem SWR eine effektive Dämpfung von ca. 7,8 dB. Anders gesagt: Von ursprünglich 100 W Sendeleistung erreichen in diesem Fall nur noch rund 16,6 W die Antenne – der Rest wird im Kabel in Wärme umgesetzt.


Verlauf der Zusatzdämpfung (Dipollänge 5m)

Hier gibt es das Programm zur Berechnung und Visualisierung...

Umwelteinflüsse und Mantelwellen

Ein solcher Antennenaufbau ist empfindlich gegenüber Änderungen in der unmittelbaren Umgebung. Eine geringe Aufbauhöhe über dem Fahrzeugdach oder dem Boden führt zu kapazitiver Kopplung, die das Resonanzverhalten der Antenne beeinflusst. Schon Umparken, Regen, Dachträger oder nasse Isolatoren können die Abstimmung messbar verschieben.

Darüber hinaus treten bei asymmetrischer Einspeisung häufig unerwünschte Mantelwellen auf dem Außenleiter des Koaxialkabels auf. Diese Gleichtaktströme führen zu unkontrollierter Abstrahlung und Störeinstrahlung in empfindliche Geräte. Der Einsatz einer Strombalun (Mantelwellensperre) direkt am Speisepunkt ist daher dringend zu empfehlen.

Wirkungsgrad: Der Knackpunkt

Selbst bei perfekter Anpassung bleibt der Wirkungsgrad verkürzter Antennen gering. Der Strahlungswiderstand eines stark verkürzten Dipols beträgt oft nur Bruchteile eines Ohms, während die unvermeidbaren Verlustwiderstände in Spulen, Anschlusskontakten und Leitungen mehrere Ohm betragen können.

Das Verhältnis Rr / (Rr + Rl) ergibt dann einen Wirkungsgrad im Bereich von 5 % bis maximal 15 %. Demgegenüber erreicht ein resonanter λ/2-Dipol in etwa 10 Meter Höhe einen Wirkungsgrad von 80–95 %.

Ein Unterschied von etwa 9–10 dB, was in der Praxis 1,5 bis 3 S-Stufen am Empfänger ausmachen kann. Dies kann darüber entscheiden, ob eine Verbindung möglich ist – oder nicht.

Strategien zur Optimierung

Trotz der genannten Einschränkungen lässt sich ein verkürzter Mobilstrahler-Dipol mit gezielten Maßnahmen deutlich verbessern:

  • Resonanzabstimmung mit einem Antennenanalysator auf die exakte Arbeitsfrequenz.
  • Tuner nahe der Antenne, idealerweise direkt an der Speisestelle, zur Vermeidung von Kabelverlusten.
  • Hochwertiges Koaxialkabel, etwa Aircell 7 oder vergleichbare Typen mit geringer Dämpfung.
  • Strombalun am Speisepunkt, um Mantelwellen und Gleichtaktstörungen wirksam zu unterdrücken.
  • Mechanisch stabile Konstruktion, um die Abstimmung reproduzierbar zu halten.

Fazit

Ein 5-Meter-Dipol aus Mobilstrahlern stellt eine funktionale Kompromisslösung für das 80‑m-Band dar, wenn Mobilität und begrenzter Platz im Vordergrund stehen. Elektrisch gesehen ist das System allerdings stark eingeschränkt: schmale Bandbreite, hoher Abstimmaufwand und geringe Effizienz sind die Folge.

Wer sich der physikalischen Grenzen bewusst ist und gezielt optimiert, kann jedoch für lokale und regionale Verbindungen durchaus akzeptable Ergebnisse erzielen.

Weiterführende Literatur und Quellen

Fachliteratur:

  • Rothammel – Antennenbuch (DJ0TR, A. Krischke), DARC Verlag
  • The ARRL Antenna Book, American Radio Relay League

Empfohlene Online-Quellen:

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Funkbetrieb - Weltweite HF-Funknetze für Hochseesegler

Weltweite HF-Funknetze für Hochseesegler

...zum Mithören oder Mitmachen

Kurzwellenfunk (HF) bietet gegenüber UKW-Funk (VHF) eine deutlich größere Reichweite und ist deshalb ideal für die Kommunikation über weite Distanzen – etwa zwischen Segelcrews, die sich über ganze Ozeane hinweg verteilen.

Um diese Kommunikation zuverlässig zu ermöglichen, haben sich weltweit zahlreiche HF-Funknetze etabliert. Sie werden entweder dauerhaft, saisonal oder spontan von Seglern, Küstenstationen und Funkgemeinschaften organisiert. Diese Netze dienen unter anderem dem Austausch von Positionsmeldungen, Wetterinformationen, Notrufen oder einfach dem sozialen Kontakt unterwegs.

HF-Funknetze im maritimen Bereich werden in allen Weltregionen betrieben: Im Indischen Ozean, Atlantik, Mittelmeer, Pazifik und darüber hinaus. „Netz-Controller“ koordinieren dabei den Funkverkehr und sorgen für geordnete Abläufe. Die Kenntnis der genauen Zeiten und Frequenzen ist für Blauwassersegler daher von großem Nutzen – besonders bei Notfällen, aber auch im Alltag auf See.

Wichtig: Viele Netze sind flüchtig und verändern sich von Jahr zu Jahr. Manche verschwinden, neue entstehen. Deshalb ist es sinnvoll, aktuelle Quellen zu nutzen und regelmäßig zu aktualisieren.



Zusätzliche Informationsquellen

  • HF-Funk im maritimen Bereich
  • Amateurfunk und Notfunk
  • Funkrufverfahren inkl. Notrufprozeduren

Beispielhafte Amateurfunknetze für Seefahrer

Alle Zeiten sind in UTC (Zulu-Zeit), sofern nicht anders angegeben. Betriebsarten: oberhalb 7.300 MHz meist USB (Upper Sideband), darunter LSB (Lower Sideband). Der Datenstand ist Februar 2025.

🛰️ Maritime Emergency Net

Frequenz: 14.300 MHz

Zeiten: 11:00 – 04:00 UTC

Abdeckung: Weltweit

Funktion: Not- und Koordinationsfunk für Schiffe auf See

🌴 Caribbean Maritime Mobile Weather Net

Frequenz: 7.250 MHz

Zeiten: Montag bis Samstag um 11:00 UTC

Abdeckung: Karibik

🇩🇪 Intermar – Deutsches Maritimes Mobilfunknetz

Frequenz: 14.313 MHz

Zeiten: z. B. 08:00 UTC (Nordatlantik), 00:00 UTC (Karibik)

Abdeckung: Weltweit

🌀 Hurricane Watch Net

Frequenz: 14.325 MHz (Alternativ: 7.268 & 3.815 MHz)

Zeiten: Aktivierung nur bei Tropenstürmen

Abdeckung: Atlantik, östlicher Pazifik

🌊 Pacific Seafarer's Net

Frequenz: 14.300 MHz

Zeiten: Täglich um 03:00 UTC

Abdeckung: Pazifikraum

Marine HF-Funknetze (SSB)

Diese Netze sind nicht primär für lizenzierte Funkamateure gedacht, sondern offen für Seeleute und Langfahrtsegler. Auch hier gilt: Bitte zuerst mithören, dann anrufen.

📡 Cruiseheimer’s Net

Frequenz: 8.152 MHz

Zeiten: 13:30 UTC (12:30 UTC Sommerzeit)

Abdeckung: US-Ostküste & östliche Karibik

🥥 Coconut Telegraph

Frequenz: 8.170 MHz

Zeiten: 12:00 UTC

Abdeckung: Östliche Karibik

🌍 Marine Weather Center (Chris Parker)

Frequenzen: je nach Region – u. a. 4.045, 8.137, 12.350 MHz

Zeiten: Bahamas, Karibik, US-Ostküste – verschiedene Sendezeiten

Funktion: Wetterberatung & Routing

Fazit

Für alle, die mit dem Segelboot auf Langfahrt unterwegs sind, können maritime HF-Funknetze ein entscheidender Faktor für Sicherheit, Information und Gemeinschaft auf See sein. Ob Wetterberatung, Notfallfunk oder einfach ein freundliches Gespräch über den Äther – der regelmäßige Blick in aktuelle Netzlisten lohnt sich. Eine gute Antenne, etwas Geduld beim Einhören und die Bereitschaft, sich aktiv einzubringen, machen das maritime Netzfunken zu einer echten Bereicherung.

Weitere Informationen und vollständige Frequenzlisten gibt es z. B. unter: 

Umfangreiche Frequenzliste "Amateurfunk auf See"

  Maritime Mobile Networks CruisersWiki.org

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